Montag, 17. Dezember 2007

Dieser Blog ist tot. Ich blogge weiter auf dem «Agile Trail».

[Biel < 9] KW 50: 50 km, 2018 kcal

Diese Woche lief's wesentlich besser als letzte Woche. Der Trainingseffekt des Aquajoggens ist zu spüren und die Unterwasserkoordination der Bewegungsabläufe wird flüssiger. Hatte ich letzte Woche Sonntags noch Hüftschmerzen, sind die diese Woche weitestgehend abgeklungen. Trotzdem traue ich mich noch nicht, Anfang dieser Woche wieder zu laufen. Das verschiebe ich mal auf Ende dieser Woche, Samstag oder Sonntag, und dann auch nur 8 oder 10 Kilometer.

Das Krafttraining habe ich diese Woche sträflich vernachlässigt, hab's kein einziges Mal durchgeführt. Naja, tröste mich damit, dass Aquajogging meinen Rumpf schon stärkt. Statt Lauf-ABC schwimme ich einmal die Woche 1 km. Die Umrechnung erfolgt mit 1:5, also ein Schwimmkilometer sind etwa 5 Laufkilometer.

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[Biel < 9] KW 49: 40 km, 1875 kcal

Motivation ist nun Alles. Das zeigt schon der Umstand, dass ich diesen Blogeintrag eine Woche später 'hinterherschiebe'. Zum Training zwinge ich mich momentan. Aber es wird besser mit jedem Tag, den ich bezwinge.

Aquajoggen ist meine Alternative zum Lauftraining bei Verletzungen. Wer's nicht kennt: Aquajogging ist Laufen im Wasser, platt gesagt. Es gibt zig Varianten dieser Sportart; ich laufe ohne Bodenkontakt. Um nicht dabei unterzugehen schnalle ich mir einen Auftriebskörper um die Hüfte, einen Aquajogging-Gürtel. Ohne diesen Gürtel geht's zwar auch, aber ich muss ziemlich strampeln, um dann noch oben zu bleiben, und damit bewege ich mich meist außerhalb der vorgesehenen Herzfrequenz. A pro pos Herzfrequenz: Ein Herzfrequenzmessgerät samt Brustgurt schnalle ich mir auch um, denn das ist das einzige Feedback, dass man beim Aquajoggen bekommen kann, denn die zurückgelegte Strecke ist relativ egal.

Zurück zum Training: Die Hüftschmerzen wurden über die Woche schwächer, um dann am Sonntag beim Aquajoggen (!) so richtig zu nerven. Ich habe null Ahnung, warum die das tun. Nehm ich denen aber echt übel.

(Rückblende: Ich habe mir vor ein paar Wochen das Superteil vom Polar zugelegt, den RS800G3. In der Bedienungsanleitung lass ich den Passus, dass die Sensoren unter Wasser nicht funktionieren würden. Der RS800G3 kommt mit einem GPS-Empfänger, der per Funk dem Armbandteil Daten liefert. Das ist Sensor Nr. 1. Sensor Nr. 2 ist ein Brustgurt, der die Herzfrequenz aufzeichnet. Nun hatte ich vor dem RS800G3 das Modell S710 von Polar. Dieses hatte ich schon zigmal beim Aquajoggen zwecks Herzfrequenzmessung mit ins Wasser genommen und es hat immer super funktioniert.

Nun aber der RS800G3: Da hat Polar die Verbindung der Sensoren (GPS, Herzfrequenzmessgerät) zum Empfänger (Armbandteil) 'optimiert', d.h. die Übertragungsfrequenz höher getaktet. Das ist gut, wenn man beispielsweise unter Hochspannungsleitungen drunter durch läuft, denn da reißt die Verbindung zwischen Empfänger und Sensoren nicht mehr ab. Das ist nicht gut, wenn man Wasser tritt, denn Sensor und Empfänger befinden sich beide unterhalb der Wasseroberfläche, und die neue Frequenz kommt nicht mehr durchs Wasser durch. Tolle Wurst: über EUR 400 für ein Hightech-Teil zwecks Nerdbefriedigung und Motivationsschub, und dann wird man ins Wasser gezwungen und kann's nicht nutzen. Grrr! Gut, dass ich den S710 noch nicht verkauft habe...)

Aquajogging beruht darauf, dass man Wasser verdrängt. Je mehr Wasser ich verdränge, desto mehr Energie brauche ich dafür. Je nach den Verhältnissen vom Schwimmbecken (Hubboden, Nichtschwimmerbereich, Bahnlänge, Besuchsaufkommen) strampelt man keine Bahnen, wie man sie schwimmen würde. Daher misst man die Herzfrequenz. Im kalten Wasser ist diese niedriger als beim Laufen. Je nach Quelle sind das 10 Schläge oder 5-10 %. Über die Herzfrequenz kann ich dann zurückrechnen, wie 'schnell' ich gelaufen wäre, wenn ich an Land trainiert hätte. Mit der Geschwindigkeit kann ich die Zeit ausrechnen, über die ich eine bestimmte Herzfrequenz aufrecht erhalten muss. Auf diese Art kann ich mein Training an Land 1:1 ins Wasser verlegen.

Beim Laufen fängt der Fuß etwa das dreifache des Körpergewichts ab, bei jedem Schritt. Und beim Fuß hört's ja nicht auf, sondern betrifft ziemlich viele Gelenke im Körper. Diese Kräfte verursachen in vielen Verletzungsfällen Schmerzen. Da beim Aquajoggen das Wasser mit dem Armen und Beinen verdrängt wird, der Fuß dabei einen relativ kleinen Anteil und insbesondere im Tiefwasser keinen Bodenkontakt hat, entfällt die Belastung auf den Fuß, entfällt der Schmerz. Da aber trotzdem beim Aquajoggen ein Großteil der beim Laufen relevanten Muskeln genutzt wird, ist dieses Alternativtraining höchst effektiv: die Verletzung wird durch die erhöhte Durchblutung aktiv kuriert, Muskeln werden gestärkt, das Training kann weitergehen. Darüber hinaus kräftigt Aquajoggen den Oberkörper und die Rumpfmuskulatur, da der Armeinsatz unter Wasser um ein vielfaches kräftezehrender ist, als über Wasser.

Aquajoggen ist langweilig und psychisch anstrengender als Laufen. Kommt man beim Laufen draußen noch rum, so trabt man im Wasser stets von einem Beckenrand zum anderen. Mal ehrlich, es gibt nicht wirklich Vieles und Aufregendes in einem Schwimmbad zu sehen. Beim Laufen hilft die Masseträgheit und die Umgebung, die Geschwindigkeit aufrecht zu erhalten. Man kann nicht einfach abrupt aufhören zu laufen, sondern braucht immer einen gewissen Bremsweg. Das gilt nicht fürs Aquajoggen, denn dort kann ich von einer Sekunde auf die nächste einfach mit der Bewegung aufhören. Das hat den Nachteil, dass ich mich ständig aktiv daran erinnern muss, diese Bewegung auch auszuführen, etwas, was beim Laufen automatisch passiert. Hört sich trivial an, ist es aber nicht. Hinzu kommt, dass die Umgebung beim Laufen Feedback über die Geschwindigkeit gibt. Kann man knicken im Schwimmbad, wo man wohl Kacheln pro Minute ausrechnen müßte, um soetwas wie Geschwindigkeit zu messen. Wie schnell man so ist beim Aquajoggen? Langsamer als jeder normale Schwimmer und schneller als dümpelnde Rentner. Genauer kann ich's echt nicht sagen. Warum ist das jetzt psychisch anstrengender, im Wasser als an Land zu laufen? Weil ich den Bewegungsablauf kontinuerlich aufrecht erhalten muss, in genau der Geschwindigkeit, mit der ich die Herzfrequenz erreiche, die ich laut Trainingsplan anpeilen soll. Es kommt dabei durchaus vor, dass ich in Gedanken abschweife und plötzlich 10 Herzschläge pro Minute langsamer bin als vorher. Um dem vorzubeugen mus sich mich konzentrieren, mich stetig aufs Neue motivieren, mir immer wieder den Takt vorgeben. Das ist wie Tempotraining draußen, nur viel, viel langsamer. Tempotraining im Wasser ist dann wirklich das Letzte. Flow erreicht man hier sehr viel schlechter als draußen.

Montag, 3. Dezember 2007

Dieser Blog ist tot. Ich blogge weiter auf dem «Agile Trail».

[Biel < 9] KW 48: 35 km (75), 2138 kcal

So eine Sch...! Geplant waren 75 km, geschafft habe ich 35 davon. Ab Montag letzter Woche habe ich Schmerzen beim Laufen bekommen. Zuerst in der Hüfte, dann im Fuß, alles linke Körperseite. Ab Dienstag sich die betroffenen Partien auch außerhalb des Laufens zeitweise bemerkbar, ab Mittwoch dann ständig und am Donnerstag ist bei mir die letzte Hoffnung gestorben, dass das nur ein Wehwehchen ist. Es sind genau die Stellen, die mir den Berlin-Marathon vermiest haben.

Seit einschließlich Freitag habe ich einen Laufstop eingelegt. Jeden Tag dehne ich jetzt morgens und abends ausgiebig. Heute morgen war ich beim Orthopäden, denn die Schmerzen hören auch nach drei Tagen Ruhe nicht auf. Ergebnis: Die Hüfte ist knochentechnisch okay (puh!), aber es könnte der Ischiasnerv ein wenig um die Bandscheibe rum eingeklemmt sein. Da der Schmerz in der Hüfte dem im Fuß (Fersenballen, um genau zu sein) damals wie heute vorausging, gehe ich davon aus, dass da ein kausaler Zusammenhang besteht. Durch den Schmerz in der Hüfte brauche ich ja nur minimal beim Laufen eine Fußfehlstellung zu produzieren, schon gibt's Schmerzen auch im Fuß. Dumm, diese Abhängigkeiten...

Physiotherapie gibt's, aber erst ab Januar :-( Zum Glück sieht der Trainingsplan einen lauen Dezember vor: 40, 50, 60, 60 und 50 km sind geplant. Die kann ich auch noch so grade im Schwimmbad beim Aquajoggen verarbeiten. Das werde ich erstmal zwei Wochen ab heute so machen. Sofern der Schmerz dann nachläßt, kann ich pro Woche jeweils eine Einheit wieder laufend verbringen, den Rest immer noch im Schwimmbad. Dann sollte ich Mitte Januar wieder mit nur einer Einheit Aquajoggen auskommen. Anfang Januar unterstützt mich dann zusätzlich noch die Physiotherapie. Sylvesterlauf würde ich gerne mitmachen, aber es wäre nicht so schlimm, sollte dieser ausfallen, zumindest was Biel angeht. Über den geplanten 50er in KW 4 zu spekulieren wäre verfrüht: ich könnte bis dahin vollständig genesen sein oder eben nicht. Mal abwarten.

Akut kann ich mit Diclophenac in Salbenform den Ischiasnerv beruhigen und auch die Wärmflasche wird in den nächsten Wochen täglich zum Einsatz kommen. Den Lumbalbereich kann ich darüber hinaus mit dem Muskelstimulationsgerät massieren. Ziel dieser Aktionen ist es, dass meine Hüfte keine Schmerzen mehr ausstrahlt. Dann würde ich keine Fehlstellungen mehr haben und meine Fußschmerzen wären passé.

Bleibt die Frage: Warum? Warum bekomme ich diese Schmerzen? Mein Bauchgefühl sagt mir, ich habe es zu schnell angehen lassen nach der Auszeit im Herbst. Mein Trainingsplan dagegen sagt mir: 40, 50 und 60 km (KW 45-47) ist keine zu große Steigerung. Trotzdem: hätte ich eine Einheit pro Woche wassertretend verbracht, dann wäre der Einstieg leichter gewesen. Wenn die Schmerzen nicht trainingstechnisch bedingt sind, dann will mein Orthopäde weiterforschen in Richtung Bandscheibe.

Wenn ich das so hier lese: Wer hat eigentlich behauptet, Laufen sei einfach? :-)